• Aktivitäten 2019 und 2020

      • 13. August 2019: Projekt zum Mauerbau in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Berliner Mauer am 9. und 13. August 2019

        7. bis 9. November 2019: Internationales Jugendcafé in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Berliner Mauer

        13. August 2019:

        An diesem Tag fand zunächst ein informativer Spaziergang über die Gedenkstätte an der Bernauer Straße statt, der die Erkenntnisse vertiefte, die vier Tage zuvor bei einem Workshop in der Gedenkstätte erarbeitet worden waren. Zunächst stand noch ein Interviewtermin mit dem Deutschlandfunk an, bei dem drei Schüler*innen um ihre persönliche Einschätzung zur Bedeutung dieses Tages gefragt wurde. Nachzulesen und nachzuhören unter: www.deutschlandfunk.de/58-jahrestag-der-tag-an-dem-die-mauer-gebaut-wurde.1766.de.html?dram:article_id=456202

        Unsere Schüler:innengruppe durfte dann bei der offiziellen Andacht in der Versöhnungskirche anwesend sein und konnte später mit dem Regierenden Bürgermeister Müller zu einem Foto an der Gedenkstätte zusammentreffen. Dabei wurde Herr Müller von einer unserer Schüler:innen eingeladen, unsere Schule zu besuchen.

        Foto unten links: Barthel, Fotos unten rechts: © Stiftung Berliner Mauer, Foto: Gesa Simons

             

        Im Anschluss daran fand dann noch ein Zeitzeugengespräch mit Herrn Hildebrandt in den Räumen der Gedenkstätte statt, der mit den Schüler:innen über die Zeit an der Berliner Mauer und insbesondere an der Bernauer Straße diskutierte und sich ihren offenen Fragen stellte. Unsere Schüler:innen fanden diesen Tag und vor allem auch das persönliche Gespräch mit Herrn Hildebrandt sehr aufschlussreich, weil es sie zu einer stärkeren Betrachtung ihrer eigenen Situation führte.

        7. bis 9. November 2019:

        Im Rahmen der zentralen Gedenkveranstaltung des Mauerfalls am 9. November haben Schüler:innen der 11. und 12. Klasse an einer internationalen Jugendbegegnung „My Europe – Our Common Europe“ teilgenommen. Die Ergebnisse waren während der zentralen Gedenkveranstaltung von 10:30 bis 12:30 Uhr zu sehen und zu hören, da unter anderem eine Schülerin der Ernst-Reuter-Schule in der Kapelle der Versöhnung ein Statement zum Thema der Jugendbegegnung vorgetragen hat, das unsere Schüler:innen zusammen geschrieben haben.

        Die internationale Jugendbegegnung, die von der Gedenkstätte Berliner Mauer initiiert und zu der von unserer Schule Schüler:innen zusammen mit Frau Castrillón eingeladen waren, fand vom 7. bis zum 9. November 2019 im Rahmen der Feierlichkeiten "30 Jahre Mauerfall" statt. Sie begann am 7. November mit einer Welcome-Party, einer offiziellen Begrüßung und dem ersten Kennenlernen der Jugendlichen. Die inhaltliche Arbeit der Jugendbegegnung startete am 8. November mit einer Überblicksführung, gefolgt von einem World-Café zum Thema Europa. Die im World-Café diskutierten Inhalte wurden anschließend im Rahmen von Workshops kreativ umgesetzt. Die Ergebnisse der Kreativ-Workshops wurden dann am 9. November im Rahmen der Gedenkveranstaltung präsentiert. Sämtliche Programmpunkte der Jugendbegegnung fanden in englischer Sprache statt, weshalb sich vor allem Schüler:innen aus den Profil- und Leistungskursen beteiligten.

        Wie auf den Fotos (c by Fr. Castrillón) zu erkennen ist, haben sich die Jugendlichen aus verschiedenen Nationen zu den Workshops in Räumlichkeiten des Lazarus-Hauses an der Bernauer Straße getroffen. Ergebnisse ihrer Workshops konnten dann präsentiert werden. Im Gedenken an die Toten an der Mauer legten die Menschen Rosen an der Gedenkstätte nieder. Auf dem Weg zur Andacht in der Versöhnungskirche konnten sich unsere Schüler:innen schließlich mit Frau Merkel ablichten lassen, die neben zahlreichen anderen Politiker:innen des Landes Berlin und des Bundes anwesend waren.

        Allen beteiligten Schüler:innen und ihrer Lehrerin Frau Castrillón dankt die Ernst-Reuter-Schule herzlich für ihr Zeichen setzendes Engagement.

               

      • Weitere Aktivitäten 2020

      • Weitere Aktivitäten 2020

        • Besuch von Sawsan Chebli, der Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in der Berliner Senatskanzlei, am 3. März 2020
        •  Schulinterner Vorlesewettbewerb am 5. März 2020
        •  Theaterworkshop am 13. August 2020 anlässlich des 59. Jahrestages des Baus der Berliner Mauer

         

        3. März 2020:

        Nachdem eine Schülerin beim offiziellen Gedenktag zum 58. Tag des Mauerbaus am 13. August 2019 Herrn Müller zu uns die Schule eingeladen hatte, er aber aufgrund von Terminproblemen den Besuch nicht realisieren konnte, kam statt seiner Frau Chebli und stellte sich den Fragen einer ca. 50 Schüler:innen zählenden Gruppe in unserer Mediothek, ein bunter Querschnitt aus allen Jahrgangsstufen. Sie interessierten sich nicht nur für ihre aktuelle politische Arbeit, sondern wollten von ihr auch vieles über ihren Weg als Jugendliche mit Migrationshintergrund bis zu ihrer jetzigen Position wissen. Außerdem diskutierten sie mit ihr auch aktuelle politische Fragen, die Schattenseiten öffentlicher Arbeit, die in massiven persönlichen und verletztenden Angriffen ihr als Frau und Muslimin gegenüber gipfelten.

        Die Schüler:innen und auch die Schule dankt Frau Chebli sehr, dass sie sich den Fragen stellte, weil sie – wie viele Schüler:innen in Nachgesprächen meinten – so gar nicht als abgehobene Politikerin wahrgenommen wurde.

        Fotos: Kuntze, Kurt

             

         

        5. März 2020:

        Schulinterner Vorlesewettbewerb

         

        13. August 2020:

        Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Hygienevorschriften versuchten die Gedenkstätte Berliner Mauer und die Ernst-Reuter-Schule auch dieses Jahr wieder, gemeinsam in Verbindung mit einem Projekt an den 59. Jahrestag des Mauerbaus zu erinnern. Dazu fand auch wieder ein informativer Spaziergang über das Gedenkstättengelände an der Bernauer Straße statt, diesmal jedoch, um die Mischung von Gruppen zu verhinden, ausschließlich mit Schüler:innen der Profilklasse Künste 8.22, die in ihrem Unterrichtsprofil auch einen verstärkten Schwerpunkt auf Dramatisches Spiel legen.

        Frau Passens von der Gedenkstätte Berliner Mauer begrüßte die Schüler:innen und bedankte sich für ihr Engagement. Der informative Spaziergang über die Gedenkstätte Berliner Mauer, geleitet von Frau Noll von der Stiftung Berliner Mauer, führte die Schüler:innen u.a. zu der Fotowand, auf der das individuelle Schicksal der Maueropfer sichtbar wurde. Nach der Gedenkandacht in der Versöhnungskirche fand die Kranzniederlegung durch Zeitzeug:innen und Berliner Politiker:innen statt. Im Anschluss daran bot sich dem Regierenden Bürgermeister Herrn Müller, der Staatsministerin für Kultur und Medien Frau Grütters sowie dem Leiter der Stiftung Berliner Mauer Herrn Klausmüller beim Fototermin an der Hinterlandmauer auch die Möglichkeit, mit unseren Schüler:innen kurz ins Gespräch zu kommen.

        (alle Fotos: Stiftung Berliner Mauer, Foto: Gesa Simons)

               

        Nach einer Pause begann im Rondell der Ernst-Reuter-Schule der geplante Workshop. Die Theaterpädagogin Frau Frank und Frau Passens, die Leiterin der Bildungsangebote der Gedenkstätte, hatten das Konzept dieses Pilotprojekts erarbeitet. Den Schüler:innen wurden vier verschiedene Biografien vorgelegt, bei denen sie zunächst aufgrund der Informationen entscheiden mussten, in welchem Teil Deutschlands oder Berlins sie während der deutschen Teilung gelebt hatten. Darauf folgte dann die Ausarbeitung eines Interviews, das in Form eines lebendigen Gesprächs geübt und dann vorgespielt wurde.

        Im zweiten Teil des Tages wurden unsere Schüler:innen selbst aktiv. In einem Theaterworkshop, der aufgrund der Corona-Auflagen im Rondell unserer Schule stattfand, machten sich die Schüler:innen unter der Leitung von Theaterpädagogin Frau Frank mit vier Biografien von Menschen vertraut, die sie mithilfe von Zitaten zunächst in Ost oder West verorten mussten, um dann in einem zweiten Schritt "sprechende Interviews" zu inszenieren, was ihnen trotz der zunehmenden Hitze viel Spaß machte.

        Hier folgt ein Beitrag der Schüler:innen:

        Die Klasse 8.22 ist am 13.8.2020 (der Jahrestag des Mauerbaus) in der Bernauer Straße gewesen, um dort Neues über den Mauerbau zu lernen und den Bürgermeister zu treffen. Frau Noll erzählte uns ein wenig, wie es früher war und hat uns ein paar Bilder gezeigt. Nachdem wir uns das angehört haben, durften wir mit Herrn Müller und Frau Grütters Fotos machen. Dort waren aber auch ganz viele andere Politiker:innen von den Parteien des Bundestags. Nach der Führung an der Mauer gingen wir zu einem Theaterworkshop in die Schule zurück. Den Workshop machten wir mit Frau Frank. Mit ihr spielten wir von uns erstellte Szenen zu der Zeit, als die Mauer noch stand. Wir analysierten ein altes Foto und lernten Lebensgeschichten von früher kennen.

        Isabella, Leni, Ava, Malik und Aliha (8.22)

        (Fotos: Barthel)

          

  • Ältere Ereignisse

      • Edzard Reuter zu Besuch
        (10. Januar 2019)
      • Sohn des Namensgebers stellt sich den Fragen der Schüler*innen

        Rund 50 Schüler und Schülerinnen des 13. Jahrgangs trafen am 10. Januar für 90 Minuten auf Edzard Reuter, dem fast 91-jährigen Sohn des Namenspatrons unserer Schule. Frau Förster von der Organisation "Gesicht zeigen" moderierte in der Mediothek das Podiumsgespräch.

        Auf dem Podium saßen Mohamed, Jakob, Zeynab, Feyza, Noor, Theo, Sura und Seyna. Sie stellten dem erfahrenen Wirtschaftsmann und bekennenden SPD-Mitglied viele Fragen, sodass sich ein angeregtes Gespräch über Reuters Zeit im Exil, die Erinnerungen an seinen Vater, seine Zeit bei Daimler und die Zukunft der Autoindustrie im Zeichen des Klimawandels und den Migrationspakt entspann. Auch die gesellschaftliche Entwicklung wie der Rechtsruck, der Zuspruch der Wählerinnen und Wähler für die AfD und die Friedenssicherung wurden thematisiert.

        Reuter betonte die Wichtigkeit von Toleranz und Völkerverständigung trotz aller Verschiedenheiten. Er erzählte amüsant und teilweise auf Türkisch von seiner Kindheit in Ankara. Sein hohes Alter merkte man ihm nicht an! Am Schluss sagte er, er wollte gerne wiederkommen. Wir freuen uns also auf das nächste Mal, wenn er sich wieder unseren Fragen stellt.

        LK PW und Kursleiterin Frau Opitz

          

      • 70 Jahre Ernst Reuter-Rede
        (9. September 2018)
      • Schüler*innen treffen den Bundespräsidenten und den Sohn Ernst Reuters

        Anlass war der 70. Jahrestag der Rede Ernst Reuters vor dem Reichstag

        Am Sonntag, dem 9. September, nahmen 10 Schüler*innen des Leistungskurses PW von Frau Opitz in Begleitung von Herrn Barthel und Herrn Huth auf Einladung der Bundespressestelle an der Gedenkveranstaltung zum 70-jährigen Jubiläum der Ernst-Reuter-Rede „Ihr Völker der Welt" teil. Sie hörten Reden des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller und des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier und verfolgten eine sehr interessante Podiumsdiskussion zur heutigen Relevanz des Wirkens Ernst Reuters, an der u.a. dessen Sohn Edzard Reuter teilnahm. (Diese Diskussion ist im Internet auf www.phoenix.de/sendungen/gespraeche/forum-demokratie/freiheit--die-basis-der-demokratie-a-429552.html zu sehen.) Höhepunkt war sicherlich ein anschließender Termin mit dem Bundespräsidenten, der einige Fragen persönlich an die Schüler*innen richtete (vgl. Fotos unten).

                

         

      • 70 Jahre "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" (10. Dezember 2018)
      • Festakt des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit e.V.

        70 Jahre Erklärung der Menschenrechte - die UNESCO lud ein, die ERS und andere UNESCO-Projektschulen waren dabei

        Am 10. Dezember, am selben Tag, an dem der UN-Migrationspakt von 164 Staaten unterzeichnet wurde, feierte das Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit e.V. das 70-jährige Bestehen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Haus des Sekretariats der Kultusministerkonferenz in der Taubenstraße 10. Ein passendes Zusammentreffen, da der globale Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration ebenfalls dazu führen soll, dass die Menschenrechte gewahrt werden. Motto der Veranstaltung war "Das Recht ein Mensch zu sein". Nach "Imagine" von John Lennon, vorgetragen von der Band und dem Chor der Robert-Jungk-Schule, lasen Schülerinnen und Schüler der Ernst-Reuter-Schule und der Sophie-Scholl-Schule Zitate aus dem Buch "Das Recht ein Mensch zu sein" von Jeanne Hersch vor. Diese Zitate von Menschen belegten die Bedeutung der Menschenrechte seit Tausenden von Jahren (z.B. im Kodex des Hammurabi, 1730-1685 v. Chr.: "... damit die Gerechtigkeit ausbricht") bis in die Neuzeit (z.B. Ziya Pascha, Osmanisches Reich, 1829-1880: "Mensch ist der, der das Wohl seines Nächsten will. Das kennzeichnet den wahren Menschen."). Dann wurden die historische Entstehung der Menschenrechte und ihre gegenwärtige Bedeutung anhand von Präsentationen erläutert. "We are the world" von Michael Jackson, gesungen von dem Schülerchor der Robert-Jungk-Schule, rundete die Veranstaltung ab. Anschließend hatten wir die Gelegenheit zu Gesprächen bei einem kleinem Imbiss im Rahmen der Ausstellung.

        Noor Ahmad und Bilal Hamad des PW-LKs 13 der Ernst-Reuter-Schule

             

      • 47. Schülerseminar 2019
        (1. bis 6. Dezember 2019)
      • Lernen die Welt zu verändern - Demokratie und Nachhaltigkeit

        Eine ereignisreiche Seminarwoche mit 23 Schüler*innen aus sieben Bundesländern und 13 Berliner UNESCO-Projektschulen (Fjolla aus der 11. Klasse hat die Ernst-Reuter-Schule vertreten) ist zu Ende gegangen. 

        Wie in jedem Jahr waren die Schüler*innen in der UFA Fabrik in Tempelhof untergebracht und lernten sich am Sonntagabend bei einem Speed-Dating und einem gemeinsamen Abendessen kennen. Neben Terminen in der Friedrich-Ebert-Stiftung ("Demokratische Teilhabe in der globalen Politik - gesellschaftliche Transformation im Sinne der Agenda 2030") fanden vor allem der Besuch des IASS (Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung) in Potsdam mit dem Decision Theater ("Wege zu nachhaltiger Mobilität") großen Anklang, sowohl bei den Schüler*innen als auch bei den beteiligen Professor*innen. Ebenfalls beeindruckend war das FUTURIUM, das einige Schüler*innen an ihrem einzigen freien Nachmittag sogar ein zweites Mal besuchten.

        Aber auch das gemeinsame Erleben hatte Platz und Raum, unter anderem mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes am Schloss Charlottenburg am vorletzten Tag.

        Die Landeskoordinatorin Inge Bruckmann von der Sophie-Scholl-Schule zeigte sich sehr angetan von den "sehr klugen, engagierten jungen Menschen, die sich im Seminar zusammenfanden", weshalb sich auch die Verabschiedung am Freitag dann "sehr in die Länge" gezogen habe. Auch Professor Schellnhuber, der die Schüler*innengruppe am Dienstag in Potsdam kennenlernen durfte, setze seine "ganze Hoffnung auf diese jungen Leute".

        Auf das nächste Seminar, dessen Thema erst noch entschieden werden muss, können wir uns bereits freuen. Es wird vom 29. November bis zum 4. Dezember 2020 stattfinden.

        Neslihan Kurt und Albrecht Barthel (UNESCO-Lehrer*innen an der Ernst-Reuter-Schule)

      • U-Bahnhof der Menschenrechte
        (10. Dezember 2018)
      • Aktion zum 70. Jahrestag der Menschenrechte

        Vier Schüler der 10. Klasse der Ernst-Reuter-Schule waren am 10. Dezember 2018 auf dem sogenannten U-Bahnhof der Menschenrechte, der Station Westhafen der U-Bahnlinie U9. Zusammen mit einigen Damen und Herren des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit e.V. haben die vier Schüler dann drei Stunden von 7.00 bis 10.00 Uhr Flyer, Taschen und anderes Informationsmaterial an die ein-, aus- und umsteigenden Fahrgäste verteilt, um hier an den 70. Jahrestag der von den Vereinten Nationen in Paris verabschiedeten "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" zu erinnern und darüber zu informieren.

        Der U-Bahnhof Westhafen liegt im Berliner Ortsteil Moabit und wurde 1961 eröffnet. Seit 2001 gilt er als "Bahnhof der Menschenrechte". Angeregt durch das internationale Projekt "INSCRIRE – die Menschenrechte schreiben", wurden auf die weißen Kacheln ohne Punkt und Komma einzelne Artikel der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" geschrieben; aus dem schlichten Bahnhof wurde so ein Ort, der auch aufgrund seiner Lage nicht weit von der Hinrichtungsstelle Plötzensee an die Menschen erinnern soll, die dort während des Dritten Reiches aus politischen und weltanschaulichen Gründen ihrer Freiheit beraubt und hingerichtet wurden. Auch die über dem Bahnhof führende Putlitzbrücke war Ausgangspunkt für die Deportationen jüdischer Mitbürger*innen in die Konzentrationslager. Deshalb sind die Menschenrechtsartikel zudem mit Abschiedssätzen der Ermordeten kontrastiert.

        Quelle: Faltblatt des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit e.V., herausgegeben aus Anlass des 70. Jahrestages der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte"

        Albrecht Barthel

        UNESCO-Lehrer der Ernst-Reuter-Schule

      • Black Lives Matter
        (4. September 2018)
      • Bericht von Mohamed Abdelkarim (12. Jg) über das Treffen mit den Aktivist*innen von Black Lives Matter

        Am 4. September 2018 hatten wir die Chance Menschen der Bewegung von Black Lives Matter aus den USA persönlich zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Sie wurden von unserer Lehrerin Frau Özarslan und der Friedrich Ebert Stiftung eingeladen. Black Lives Matter ist eine Bewegung aus den USA, die sich gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und für eine gerechte und rassismusfreie Gesellschaft einsetzt.

        Unsere sechs Gäste waren die Aktivist*innen: Blair Imani, Monica Cruz, Kwame Rose, Rick Leandry, Asheba Edghill und Rana Abdelhamid. Sie haben unsere Fragen zum Rassismus in den USA beantwortet und ihre Erfahrungen und persönlichen Geschichten mit uns geteilt.

        Mich persönlich hat die Geschichte von Rick Leandry sehr berührt: Er wuchs in armen Verhältnissen auf, er lebte in einem von Drogen gekennzeichnetem Viertel, und obwohl er gut in der Schule war, bemerkte er, dass viele Schwarze in seinem Umfeld keine Karriere anstreben konnten. Er träumte davon Architekt zu werden, doch bis heute ist sein Traum nicht in Erfüllung gegangen.Als Jugendlicher wechselte er seinen Freundeskreis und er bemerkte immer mehr, dass er in einen Teufelskreis aus Kriminalität und Drogen abrutschte. Schließlich konnte er sich von dem schlechten Einfluss abwenden und ist nun Sozialarbeiter geworden, um den schwarzen Kindern seines Viertels ein Vorbild zu sein. Er protestiert oft gegen die Polizei, dennoch hat er nie einen Polizistin attackiert. Er sagt: „Man kann nichts Böses mit Bösem bekämpfen.“ Dieser Satz ist mir sehr in Erinnerung geblieben. Stattdessen meint Rick, dass man durch die Medien und durch Gespräche Rassismus effektiver bekämpfen kann. Durch die Gespräche mit unseren Gästen ist mir aufgefallen, dass mir viele Geschichten bekannt vorkommen, da sie auch in Deutschland passieren. Laut Rick werden seit Trumps Amtszeit die Menschen unterteilt in „Mexikaner“, „Ausländer“ oder „Muslimen“ und werden nun offen dafür diskriminiert. In Deutschland sehen wir ähnliche Entwicklungen mit der AfD, die offen gegen Muslime, Ausländer und Juden hetzen.

        Aus den Gesprächen mit unseren Gästen wurde mir eines klar: Ich bin der Meinung, dass es immer Rassismus geben wird, jedoch bin ich guter Hoffnung, dass man durch gegenseitiges Zuhören, Verständnis und durch kritischen Perspektivwechsel die Probleme langfristig lösen kann.